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Saisonstart der "G´stopft´n Rumm"

26.11.2018 Seit vergangenem Samstag kommen sie in Wallenfels wieder auf den Tisch: Die G’stopft’n Rumm. Zum Saisonstart hatte Bürgermeister Jens Korn deshalb erstmals in die Egersmühle, die Hochburg der Rumm, eingeladen. Die Gäste erlebten Leckeres, Lustiges und noch dazu eine Premiere.

G´stopfta Rumm - Die Zutaten werden zerkleinert.

Der Ort war kein Zufall, denn Wirt Uwe Eger gehörte zu der Gruppe, die 1993 die G’stopft’n Rumm aus ihrem Dörnröschenschlaf weckte. Seitdem trifft sich der Freundeskreis immer im Oktober, um im Felsenkeller der Familie Eger rund 500 Kilo Erdkohlrabi, Lauch, Wirsing, Karotten und Weißkohl in Holztrögen zu zerkleinern, in Fässer zu stopfen und zu salzen. Nach vier Wochen Gärung sind die Rumm dann fertig und der absolute Renner beim Wallenfelser Weihnachtsmarkt.

„Die Rumm gehören zu Wallenfels wie die Flößerei und das Blechla“, sagte Ortsheimatpfleger Franz Behrschmidt beim Saisonauftakt. Auch Behrschmidt gehört zu jenen, die sich aktiv für den Erhalt der Spezialität einsetzen. Er pflegt die Tradition seiner Familie, der ‚Schloßer‘, die früher Rumm im eigenen Lebensmittelgeschäft verkauften. Der Ortsheimatpfleger erklärte auch die Herkunft der Beilage. Früher hätten die Flößer und Holzmacher aus dem Ort zum großen Teil von dem gelebt, was im eigenen Garten wuchs. Durch die Gärung habe man das Gemüse im Herbst für den Winter haltbar gemacht. „Was damals ein Arme-Leute-Essen war, ist heute für uns eine Delikatesse“, meinte Behrschmidt.

Bürgermeister Jens Korn freute sich, den Saisonstart mit Freunden und Unterstützer feiern zu können. Neben den Rodachtalbürgermeistern Michael Pöhnlein und Gerhard Wunder war auch der Chef des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Guido Winter, anwesend. Winter hatte die Bewerbung der Stadt für die Auszeichnung 100 Genussorte fachlich begleitet. „Wir sind sehr stolz auf dieses Prädikat und wollen es nutzen, um die Rumm auch über die Grenzen des Rodachtals hinaus bekannt zu machen“, sagte Korn. Dabei helfe die Kooperation mit den drei weiteren Genussorten im Landkreis. Aus Kronach war deshalb Genussbotschafterin Tina Rüger beim Saisonauftakt mit dabei.

Bevor es zur Verkostung der Rumm kam, erlebten die Gäste noch einen besonderen Höhepunkt. Der Wallenfelser Vollblutmusiker Lars Fischer, brachte erstmals sein „G’stopfta Rumm Lied“ zum Vortrag. Darin setzt er dem Gemüse ein musikalisches Denkmal mit dem Refrain „dess iss des Liedla ve die G’stopft’n Rumm, ja o dehna Rumm dou ess iech miech dumm“. Die Uraufführung wurde von den Gästen mit viel Applaus bedacht. Das Lied hat sicherlich Ohrwurmpotential nicht nur in der Flößerstadt.

Die Rumm selber kamen bei den Gästen hervorragend an. „Eine tolle Spezialität, die ich bislang noch nicht gekannt habe“, so Guido Winter. In Bürgermeister Michael Pöhnlein scheint das Gericht einen neuen Fan gefunden zu haben. Er sicherte sich gleich zwei Gläser für Daheim. Begeistert war auch das Team von TVO. Der Beitrag von Redakteurin Franziska Brömel, die Uwe Eger in der Küche über die Schulter schauen durfte, wird voraussichtlich am Montag zu sehen sein.

Mit der Egersmühle und dem Gasthaus Roseneck gibt es in der Flößerstadt zwei Lokale, in denen die Rumm bis Ostern angeboten werden. Wer die Spezialität gerne zu Hause genießen oder verschenken möchte, hat nun auch die Möglichkeit, eine doppelte Portion in sehr schicker Aufmachung zu erwerben. Besonders gespannt sind die Wallenfelser allerdings auf den 30. November. Dann erscheint eine kulinarische Rundreise durch die 100 Genussorte Bayerns in Buchform. Auch der Flößerstadt ist darin eine Doppelseite gewidmet.